Ausbildung von Hundeführer und Hund

Rettungshundearbeit ist Teamarbeit. Im Einsatz müssen Mensch und Hund als Team agieren und sich völlig aufeinander verlassen können. Der Hundeführer muss in der Lage sein, das Verhalten seines Hundes zu "lesen" und entsprechend zu deuten.
Um eine zuverlässige Abdeckung des ihm zugewiesenen Suchgebiets zu gewährleisten, muss er den Umgang mit Karte, Kompass und GPS beherrschen - denn was er im Einsatz freigibt, wird später in der Regel nicht erneut abgesucht. Dies sind nur zwei Aspekte von vielen Themenbereichen, die der Hundeführer während der zwei- bis dreijährigen Ausbildung zum geprüften Rettungshundeteam kennen lernt.

Bevor er zum Einsatz mitgenommen wird, muss der Mensch folgende Kenntnisse in einer Prüfung nachweisen. Sie werden innerhalb der Staffel und auf Verbandsebene in verschiedenen Ausbildungsveranstaltungen und Theorieabenden vermittelt:
  • Erste Hilfe Mensch
  • Erste Hilfe Hund
  • Kynologie
  • Orientierung und Kartenarbeit
  • Einsatztaktik Fläche und Trümmer
  • Witterung und Witterungsverhalten
  • Sprechfunk
  • Trümmerkunde
  • Unfallverhütung und Sicherheit im Einsatz
  • Verhaltensgrundsätze beim Transport von Hunden
  • Taktische Zeichen des Katastrophenschutzes
Parallel zur Ausbildung des Hundeführers wird der Hund spielerisch an seine zukünftige Aufgabe herangeführt. Seine Ausbildung beinhaltet:
  • Grundgehorsam und korrektes Verhalten in verschiedensten Umweltsituationen
  • Lenken und Leiten zu beliebigen Punkten im Gelände und in den Trümmern
  • Gerätearbeit
  • Gewöhnung an Geräusche, Feuer und Gerüche
  • Anzeigen einer Person durch Verbellen, Bringseln oder Freiverweis
  • Suche in der Fläche, in den Trümmern, in der Lawine und im Wasser; bei Mantrailern Suche einer Person nach deren Individualgeruch
  • Abseilen aus großer Höhe
Gemeinsam absolvieren Hundeführer und Hund auf dem Weg zum einsatzfähigen Rettungshundeteam mehrere Prüfungen:
  • Begleithundeprüfung in einem dem VDH angeschlossenen Verein
  • Vorprüfung mit Gerätearbeit, Lenkbarkeitsprüfung, Suche in der Fläche/den Trümmern
  • Rettungshundeprüfung nach DIN 13050 in der Fläche/denTrümmern
  • Staffelinterne Einsatzsichtung mit mehrstündiger Sucharbeit
  • Jährliche Wiederholungsprüfungen in der Fläche/den Trümmern, um die bestehende Einsatzfähigkeit nachzuweisen
Personen ohne Hund, aber auch alle anderen Hundeführer nehmen bei der Ausbildung der Hunde ihrer Staffelkameraden eine wichtige Funktion ein: Sie werden als Scheinopfer eingesetzt und in der Fläche beziehungsweise den Trümmern versteckt. Ihre Aufgabe ist es, den suchenden Hund nach erfolgter Anzeige zu bestätigen und ihm das "Spiel" Menschensuche zu einem äußert lohnenswerten und unvergesslichen Erlebnis werden zu lassen. Dabei müssen sie sich auf immer neue Situationen und Hunde einstellen. Eine gute Versteckperson ist wesentlicher Bestandteil einer erfolgreichen Ausbildung zum Rettungshund!

 


 
BRH-Rettungshundestaffel Ulm e.V. - 16. Abteilung der Feuerwehr Ulm